Eltern reden mit!

In der Schule und im Kindergarten ist Elternbeteiligung selbstverständlich, nicht aber in der
Ganztagsbetreuung der Geesthachter Grund- und weiterführenden Schulen. Wenn es nach dem Willen der Kommunalpolitiker und -politikerinnen von SPD, Grünen, FDP und Linken geht, wird sich das bald ändern.

Im schleswig-holsteinischen Kita- und Schulgesetz ist die Elternbeteiligung klar verankert und damit das Recht auf Mitsprache und Beteiligung der Eltern gesetzlich geregelt. An vielen Schulen und Kitas ist die Elternbeteiligung auch ein – von allen wertgeschätzter- Eckpfeiler in der gemeinsamen Arbeit und aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken.

„Die Ganztagsbetreuung fällt hier raus, sie ist nicht Fisch und nicht Fleisch. Sie ist keine Schule und auch kein Teil der Schule. Sie ist aber auch keine Kita. Damit gelten die gesetzlichen Regelungen zur Elternbeteiligung in Schule und Kita eben nicht für den Ganztag“

stellte SPD-Mitglied Katrin Fischer mit Einschulung ihrer Tochter fest.

„Viele Eltern wünschen sich aber Partizipation! Wir haben diesen Wunsch von Eltern aufgenommen und möchten Engagement und Beteiligung, da wo sie gewünscht
wird, immer unterstützen. Genau davon lebt unsere Zivilgesellschaft“, findet Christine Backs, stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende und Mitglied im Bildungsausschuss. Und Renate Lefeldt, die für die Grünen im Bildungsausschuss sitzt, meint: „Die Anliegen in der Nachmittagsbetreuung sind andere als im vormittäglichen Schulalltag. Da ist es sinnvoll, eine Elternvertretung zu haben, die sich gezielt dieser Probleme annimmt.“

„Die Corona-Pandemie hat auch nochmal eine andere Seite der Elternbeteiligung hervorgehoben, und zwar die Kommunikation! Wenn Bund und Länder kurzfristige Entscheidungen treffen oder durch Corona-Fälle Änderungen in der Organisation auftreten, kann das wunderbar über die kurzen Wege der Elternvertretungen kommuniziert werden. Auch Fragen können schnell weitergeleitet und geklärt werden“, so die Erfahrung von Katrin Fischer aus Kita und Schule. „Nur beim Ganztag bleibt häufig erst einmal ein Fragezeichen. Elternvertretungen können hier den Träger und die Leitung unterstützen, gerade aktuell, wenn sich ständig vieles ändert, sind diese kurzen Kommunikationswege ein echter Segen.“

„Kurze Wege gibt es zum Glück auch zwischen Kommunalpolitikern und – politikerinnen. Ich freue mich, dass ich sofort ein positives Feedback auf unsere Idee erhalten habe und wir gemeinsam mit GRÜNEN, FDP und LINKEN zusammen einen Antrag für die Elternbeteiligung im Ganztag ausarbeiten konnten“, freut sich Christine Backs über die Zusammenarbeit. Die antragstellenden Fraktionen hoffen, dass bereits in der nächsten Sitzung des Bildungsausschusses im Januar 2021 über den gemeinsamen Antrag beraten werden kann. Ziel ist, dass sich die Elternbeteiligung für den Ganztag an den Kita-Regelungen orientiert und die Verwaltung einen Vorschlag erarbeitet, wie und wo diese
festgeschrieben werden könnte. „Vielleicht können wir mit Beginn des nächsten Schuljahres ja bereits Elternvertretungen im Ganztag wählen lassen und auch einen Beirat aufstellen, der dann zusammen mit den Ganztagskoordinatoren über wichtige Fragen und Themen berät.“ Katrin Fischer, Christine Backs und Renate Lefeldt schauen optimistisch in die Zukunft.